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HOCKER IN EINER NEW YORKER GALERIE

.."Ich dachte, ich probiere das aus und sehe, was passiert. Ich wollte sehen, was die Farbe machen würde, wie die Pinsel funktionieren würden. Das war der erste Schritt. Ich spielte nur herum. Ich hatte wirklich nichts, was ich malen wollte; ich habe nur herausgefunden, wie die Farbe funktionierte, dicke und dünne Farben, die Pinsel, Oberflächen..." Robert Ryman

"Die Formel "Abstrakte Malerei minus Avantgarde = Ornament" ist hinreißend präzise; so wie unter einem Duchampschen Blickwinkel jedes Gemälde schon ein Readymade und unter einem konstruktivistischen Blickwinkel ein Relief ist, so ist unter dem Blickwinkel der Postmoderne jedes Gemälde schon ein Ornament." Johannes Meinhardt

"Er drippt wie Pollock, schmiert wie Twombly, kleckst wie Francis, zieht dicke Balken wie Kline." KI über Lori Hersberger

"In den `12 technischen Regeln`, die die `12 zu vermeidenden Dinge`aufzählen, verbietet Reinhardt die zentralen Sicht- und Verständnisweisen von moderner Malerei: "Keine Textur - keine Pinselspuren oder Kalligraphie - kein Skizzieren oder Zeichnen - keine Formen - kein Design - keine Farben - kein Licht - kein Raum - keine Zeit - keine Größe und kein Maßstab - keine Bewegung - kein Objekt, kein Subjekt, keine Materie. Keine Symbole, Abbilder oder Zeichen." aus KI 130, über Ad Reinhardt

"Man kann damit alles Mögliche machen, und es bietet die größte Freiheit. Was das Material anbelangt, so ist die Malerei eben zugänglich für alle Menschen, insofern also eine Art Gleichmacher, also ausgesprochen demokratisch. Angesichts der Komplexität heutiger Kunst mit starkem Bezug zum technologischen Fortschritt gefällt mir die Malerei, die etwas grundlegendes ist, wegen ihres Selbstzwecks." Kim Gordon (Sonic Youth)

"Die Malerei, sicher eine der fortschrittlichsten Theorien der Menschheit, hat gezeigt, dass sie über einen gewissen Freiraum verfügt, um so komplex wie Fernsehen oder Fotografie zu sein. Deshalb spielt sie nach wie vor eine so große Rolle im Dialog zwischen dem Menschen und seinen Darstellungsformen." Jacqueline Humphries

"Ich fertige pro Ausstellung zwischen ein- und fünftausend Gemälde an.....Die Leinwände, an denen ich gleichzeitig arbeite, stehen in einer Reihe, so dass ich von Staffelei zu Staffelei wechsele, immer das selbe tuend. Erst einen blauen Strich, dann kommt Gelb, und ich male gelb, gelb, gelb, gelb, und dann rot, rot, rot, rot. Am Ende des Tages sind alle Bilder fertig." Stephen Keene

"Für mich sind Gemälde lebendige, in den menschlichen Kontext eingebundene, das Leiden erträglicher machende Wahrheiten, von denen man garnicht genug kriegen kann. Dabei ist für mich Wahrheit eine Form des Wohlergehens, basta." Gary Lang

"Mit relativer Leichtigkeit lassen sich alle möglichen Ideen kostengünstig auf die Leinwand zaubern. ... Allein weil kaum jemand Geld hat, hat die Malerei Zukunft." Thom Merrick

"Wie du siehst, halte ich nichts vom Gerede, wonach Malerei tot sei. Das ist ein Mythos. Gut, die Malerei war nie lebendig, und von daher kann sie garnicht sterben." Blake Rayne


"Es gibt so viele glaubwürdige Bilder auf der Welt, und wir lieben sie; wir reisen weit, um sie ansehen zu können. Wir brauchen sie. Und manche brauchen es eben, dass sie selber Bilder herstellen." Gerhard Richter

"Der Diskurs über Malerei ist neu entfacht, die Rede von der Innovation passé, dafür das Modell der Wiederholung gefragt." Heinz-Norbert Jocks

"Sechs Jahre lang, zwischen 1979 und 1986, hat man die Kunst an der Elle der Malerei diskutiert und war dann dessen so überdrüssig, dass die Situation zugunsten von Fotografie, Installation und neokonzeptueller Kunst umkippte.........die interessanten Künstler heute sind jene, die nicht allein vor der Leinwand stehen, sondern zwischen den Medien wechseln." Stephan Schmidt-Wulffen

"Wenn ich sage, dass ich die letzten Gemälde mache, meine ich nicht, dass die Malerei stirbt. Man geht ohnehin die ganze Zeit zum Anfang zurück." Ad Reinhatdt

"Die Dummheit der Malerei liegt in der dummen, sturen Positivität des Sichtbaren bzw. der Dinge; in der Überheblichkeit der Ontologie, die ein sprachloses, stummes Sein der sichtbaren Welt behauptet; in der Reflexions-, Distanz- und Bewusstlosigkeit einer existentialistischen Wahrnehmung, die nur die Welt und die Dinge kennt und von ihnen umzingelt und eingeschlossen wird. Malerei ist dumm, weil sie "retinal" ist, also eine unmittelbare sensuelle Ankopplung an die Welt und einen blinden Wahrnehmungsglauben besitzt. Der Maler, "dumm wie ein Maler", ist nicht in der Lage wahrzunehmen, dass die sichtbare Welt ihn wie ein Gefängnis umgibt, ihn mit einer kontinuierlichen Haut oder einem Film des Sichtbaren umschließt und ihn in der unhintergehbaren Evidenz des Sichtbaren festhält." Herr Natürlich

"Malerei ist der Kontakt mit der Illusion einer Realität. Die sinnliche Wahrnehmung einer emotionalen Welt, ihr Entwurf und ihre Gestaltung.....You are not the extension of my eye. I am the extension of your eye." Das Lotron

"In meinen Augen bietet einem ein großes abstraktes Gemälde die Möglichkeit zu reisen, ohne die Langweiligkeit einer solchen Fahrt aushalten zu müssen." Sean Scully

"Die Bemerkung der letzten documenta-Chefin Catherine David, Malerei sei als künstlerische Ausdrucksform "illegitim", provozierte seinerzeit den Belgier Luc Tuymans zu dezidiertem Widerspruch und einer eigenen Bilderfolge ("Illegitimate", 1997). Inzwischen mag er mit Genugtuung konstatieren, dass das Interesse an Malerei allgemein wieder zunimmt und das spezifische Potential von Pinsel und Farbe im Vergleich zu den bilderzeugenden technischen Medien vermehrt kritische Aufmerksamkeit findet. Einer, der sich die Frage, was Malerei heute zu leisten vermag, offensichtlich nicht leicht macht, ist wiederum Tuymans. Denn der 1958 geborene, in Antwerpen lebende Künstler zeigt eine Vorliebe für hochbelastete Stoffe, die sich der Darstellung eigentlich entziehen." KI über Luc Tuymans

"Die Gemälde mit ihrer Dramaturgie zeugen von einem unbestechlichen Geist der Transzendenz, der davon beseelt ist, danach zufragen, was ein Bild heute zu leisten vermag. Kann es noch etwas darstellen und auf etwas verweisen? Und wie ist es .....überhaupt noch möglich, gegenständlich zu malen?.....Darf eine Darstellung so ungebrochen abblidhaft sein, dass die Differenz zwischen Signifikat und Sgnifikant nicht zum Tragen kommt, gar verwischt? Oder, muss die Malerei, sobald sie etwas zeigt, was sich identifizieren lässt, nicht auch sich selbst zum Thema erheben, also unaufhörlich über sich selbst reden? KI über Dieter Krieg

"Die Katastrophentheorie trägt dazu bei, dem auf die Spur zu kommen, was man meint, wenn man sagt: "Das hat was. Das ist dein Ding. Das macht dich zum Künstler." Robert Krokowski

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"Ich gehöre nicht zu denen, die sich beklagen, dass so wenig Malerei gezeigt wird. Sicher, es malen noch Tausende. Ja, es malen viel zu viele. Aber augenblicklich kippt es für mich ein bisschen um, so dass ich mir sage: "Nun benutzt endlich mal etwas Neues, als nur immer Videos." Harald Szeemann

"Ich stellte die Maschine auf, um meinen allmählich anwachsenden Überdruss an der Fotografie kundzutun. Mir missfällt dieses fürchterliche Aufblasen von Fotos zu Gemälden". Harald Szeemann.

"Was die Gemälde von Neo Rauch auszeichnet, ist ihre Taktilität, die nichts von den glatten Oberflächen einer anderen zeitgenössischen Malerei hat. Diese Taktilität verweist auf eine akademische Schulung, der sich Neo Rauch unter Arno Rink und Bernhard Heisig in Leipzig unterzog. Die Statuarik der Figurenwelt in den Gemälden von Neo Rauch lässt sich zurückverfolgen zu Propagandabildern und Gebrauchsanweisungen aus der verlorenen Republik. Wo Gerhard Richter in seinen früheren Arbeiten Fotos malerisch gesampelt hat, sampelt heute Neo Rauch dieses verblichene Inventar. Beide betreiben eine Geschichtsschreibung, die sich ihrer Mittel sehr bewusst ist. Und dieses Bewusstsein führt gleichzeitig zu einer Reflektion der Malerei selbst...Wo Heisig noch abbildet, bildet Neo Rauch die Abbildung ab. KI über Neo Rauch

"Die entscheidende Frage ist doch, was einen motiviert, sich überhaupt noch mit Kunst zu beschäftigen - da es keinen Sinn mehr macht, den Kunstbegriff zu erweitern oder in Museen auszustellen. Jeder kann etwas anderes sehen. Für mich ist die größte Motivation die Beschäftigung mit etwas Unbekanntem. Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto unbekannter wird es für mich. Gregor Schneider

"...all die soziologischen Aspekte, das Philosophische, Politische, Ökonomische, das ist sehr wohl wahr, und ich beschäftige mich auch damit, und trotzdem sind diese Inhalte ein Vorwand, um zu guten Bildern zu kommen. Also das heißt mit anderen Worten, schlussendlich ist mir die eigene Ästhetik doch am allerwichtigsten. Oder: egal, was ich nehme, bearbeite, ich will am Schluss zu guten Bildern, Skulpturen, Installationen kommen, die stark sind, die schön sind, die haptisch und sinnlich sind. Urs Lüthi

"Ein gutes Bild zeichnet sich dadurch aus, dass der Betrachter ihm noch etwas hinzufügt. Ein bereits ganz ausformuliertes macht keinen Sinn mehr. Deshalb ist es entscheidend, dass man sich als Maler zurücknimmt und irgendwo, also genau da aufhört, wo noch etwas unformuliert bleibt. Genau an dem Punkt kommt der Hang zur Reduzierung ins Spiel. Diese Komponente wird bei der Malerei immer wichtiger. Die Dauer der Aufmerksamkeit gegenüber einem Bild im Museum beträgt ja nur fünfzehn Sekunden. Deshalb ist es nötig, ein Bild bis auf den Punkt zu reduzieren, wo es noch oder nicht mehr fassbar ist. Denn genau da befragt der Betrachter das Bild." Luc Tuymans

"Und eher noch problematischer sind viele der jungen Maler. Es ist kein Zufall, dass eine Reihe von malerischen Arbeiten öde aussehen; es gibt keinen guten Grund mehr, Malerei zu betreiben, wenn der Maler sich nicht von der Bindung an ein (sei es auch obsessionelles) Sujet befreit, wenn er nicht Malerei als reflexive Tätigkeit betreibt." Johannes Meinhardt

"Malerei ist ein schicker Zeitvertreib." Thomas Müller

"Trotz aller Todesurteile über die Malerei wird weiter gemalt. Mittlerweile haben KünstlerInnen auch mit dem altmodischen Medium Tafelbild wieder etwas zu sagen..... Eigentlich war das Stück vorbei und der letzte Vorhang für die Malerei schon längst gefallen."Maler sind dumm", hatte Marcel Duchamp, einer der Hauptdarsteller auf der Bühne der Kunst des 20. Jahrhunderts, schon vor Jahrzehnten gesagt....Auf den zweiten Blick stellt sich heraus, dass sich kaum jemand um die Todesurteile schert. Tag für Tag bringt der Postbote neue Bilder und Kataloge in Galerien, Museen und Kulturredaktionen. Sie sind der Beweis, dass unverdrossen weiter Farbe zu Papier gebracht, auf Leinwand oder Metallplatten aufgetragen wird. Den größten Teil davon wüde Marcel Duchamp auch heute noch für dumm halten. Doch bei einigen Bildern wäre vermutlich selbst er sprachlos. Und auch der Chor der Richter und Henker würde schweigen. taz, 5.5.2001



"Bilder sind Lebensmittel. Mittel zum Leben, ergänzend zur leiblichen Nahrung, leicht verderblich, und so wie die Müllberge der Jahrtausende, Ausdruck von Kultur und Geschmack." Angela Preusz

"Man ist es langsam leid, das ewige Lied vom Tod der Malerei. Wenn man schon ihren Tod beklagt, müsste man auch erkennen, wie sie immer wieder aufs Neue aufersteht, wie ein Revival dem anderen folgt....Insofern muss ihr Tod auch ein Thema der Malerei sein. Wie soll man denn heute noch malen? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage ist das Thema neuerer Malerei. Malerei über Malerei also. Und Malerei über tote Malerei, überdies. Ein Paradox natürlich: Es entstehen lebendige Bilder über tote Malerei. Wieder geborene Malerei also begegnet den Kunstreisenden: Die Skepsis gegenüber dem Medium treibt das Medium an.... So lebt sie immer noch, die Malerei. Auch in der jüngsten Künstlergeneration. Simon Maurer, Tages-Anzeiger (CH)

"Die Malerei ist sowieso das Größte" Urs Fischer

"...das Video von Rosemarie Trockel zeigt beispielhaft, dass sich das Verständnis von Malerei grundlegend geändert hat. Dieser Wandel ist aber nicht gleichbedeutend mit der Disqualifikation der traditionellen Malerei. Trotzdem scheint eine Renaissance der Malerei eingesetzt zu haben....Dabei findet eine "Übergrenzung" des Status Quo statt, für Kunst schließlich ein unabdingbares Kriterium. Das Ende der Malerei ist also noch lange nicht gekommen, es hat sich nur die Vorstellung von Malerei geändert. Die Malerei heute erscheint in vieler Hinsicht unbegrenzter und freier, ist wieder bei ihrem Ursprungspunkt, der Steinzeitmalerei als der Malerei mit den wenigsten Einschränkungen, angelangt....Eigentlich ist das Machen, im Sinne von Scheißen, gleichzusetzen mit dem Akt des Malens. An diesem Punkt scheint das Universum der Malerei unendlich zu sein, während jede Kinderzeichnung bereits durch den Kultivierungsprozess beeinträchtig ist......zeigt sich, dass Malerei heute nicht mehr in festen Grenzen agiert, sondern sich dem dogmatischen Malereibegriff, den die Kunstgeschichte und die Geschichte der Malerei geprägt haben, entzieht. Auch die Regel, Malerei sei Farbe auf Leinwand, ist nicht mehr gültig.....Insgesamt kann man feststellen, dass sich Kunst nurmehr in fraktalen Kategorien einteilen lässt und sich einer methodischen Behandlung zumeist entzieht. Insofern kann man durchaus das Ende der Kunst proklamieren." Udo Kittelmann

"Um eine Taube zu malen, muss man ihr zuerst den Hals umdrehen" Pablo Picasso

"Die Postmoderne ist (also) neu und zugleich auch alt, insofern nichts wirklich Neues nach der Moderne, sondern lediglich eine Phase in der Moderne. Die Medienkunst, die in der Tradition der Malerei seit der Renaissance nicht mit dem Illusionismus, sondern mit der Bewegungslosigkeit des Tafelbildes bricht und das bewegte Bild zur neuen Kunst erhebt, ist damit zur Kunst nach dem Ende der Kunst geworden." Hans Friesen

"Ich finde es notwendig, in meinen Bildern Dinge zu tun, die früher (und programmatisch) aus der Malerei verbannt waren. Man kann nicht an den Regeln anderer Künstler kleben und hoffen, etwas Bedeutungsvolles zu schaffen. Das malerische Erbe, in dem ich stand, war das "Ende der Malerei." Ich wollte mit voller Absicht weitermalen, und diese Absicht erlaubte es mir, oder zwang mich, Dinge in meine Malerei zu integrieren, die vorher als "unrein" erachtet wurden oder nicht gültig....Malerei ist, was Maler getan haben oder tun werden." Jacqueline Humphries

"Die neunziger Jahre schienen das Jahrzehnt, in dem die Malerei in Deutschland und nicht nur dort endgültig zu Grabe getragen wurde. Nach der kurzen Scheinblüte der "Neuen Wilden" konnte man den Eindruck gewinnen, dass nur noch die schon etablierten Künstler sich der Malerei widmeten. Wer von der jüngeren Künstlergeneration etwas auf sich hielt. legte den Pinsel zur Seite oder nahm ihn gleich gar nicht in die Hand. Die Documenta X war der prägnante Abschluss dieser Entwicklung. Sie kam fast ganz ohne malerische Positionen aus. Man vermisste die Malerei. Die Malerei hat, nachdem sie fast von der Bildfläche verschwunden war, wieder alle Freiheiten. Die Malerei nach dem "Ende der Malerei" braucht sich nicht mehr um Dogmen und Vorgaben zu kümmern, sie kann sich wieder auf ihre Stärken besinnen und nach neuen Inhalten, Formen, Materialien, Farben und Strukturen suchen. Mittlerweile kann man wieder malen und trotzdem Teil des Kunstdiskurses sein". Galerie Schuster

"Es ist wichtig, mit der Malerei nur die Aufgaben anzugehen, für die eine Hoffnung besteht, dass sie durch Malerei gelöst werden könnten" Werner "voll konkret" Liebmann

"Hört auf zu Malen!" Jörg Immendorff

"Es scheint, als besäße die Malerei eine geradezu münchhausensche Fähigkeit, sich am eigenen Schopf immer wieder aus dem Sumpf zu ziehen, oder, einfacher gesagt, sich immer wieder zu erneuern." KLaus Weschenfelder

"Bei der Schaffung eines Kunstwerks stellt sich nie ein Moment vollständigen Glücks ein. Beim schöpferischen Akt spürt man das Versprechen dieses Moments, das aber vor der Vollendung des Werks wieder verschwindet. Dann nämlich erkennt der Künstler, dass es nur ein Bild ist, das er malt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er fast zu hoffen gewagt, dass das Bild selbst zum Leben erwachen könnte. Wäre das nicht so, ließe sich das perfekte Bild malen, nach dessen Vollendung der Maler mit dem Malen aufhören könnte. Diese Unzulänglichkeit treibt ihn an. Von daher ist der künstlerische Prozess für den Maler vielleicht noch wichtiger als das Bild." Lucian Freud

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"Ja, ich male recht schnell, ziemlich gewalttätig und sehr intensiv, wenn man so will. Ich bin in der Lage, ein Bild in 20 Minuten zu machen und über Hundert Pinselstriche zu führen. Das heißt, wenn ich male, ist das wie eine Exekution. Ich habe noch nie sehr glatt und fein gearbeitet. Ich male, male und male. Es ist wie etwas unkontrollierbares, das man kontrolliert. So, wie Leute eine Kampfkunst ausüben. Sie beherrschen ihre Schläge bis zur Perfektion und müssen sie nicht ständig wiederholen; sie wissen genau, wann und wie sie einen Schlag ausführen oder wie sie einen Pinselstrich zu setzen haben und den zweiten, der darauf folgt, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, Gleichzeitig ist das alles unbewusst. Es handelt sich um eine unvorhersehbare Freiheit. Und es ist viel Improvisation dabei, so als wenn du mit einer Person sprichst. Es ist unmöglich vorherzusehen, auf welche Frage deines Gegenübers du antworten musst." Yan Pei-Ming

"Auf der einen Seite nimmt man einen Gegenstand und abstrahiert ihn durch wie zufällig aussehende Kleckse und Geschrubble oder aber man schrubbelt und kleckst direkt rum, bis etwas Reales, Räumliches, Stimmungsvolles entsteht, also etwas, das mit der Natur zu tun hat. Bei beiden Wegen geht es nur darum, WIE gemalt wird, um die Maltechnik und um nichts anderes...Ich versuche nicht, die beiden Straßen zu vereinen oder zu synthetisieren. Denn beide sind total überholt. Es handelt sich ausserdem nicht um Straßen, sondern eher um Sackgassen, weil die Künstler, die sich darauf bewegen, nur ins manieristische abdriften....Das ist nicht einmal eine Spirale, in der sich etwas entwickelt, es ist einfach nur ein Kreislauf, die Bilder bleiben immer gleich. Das Schlimme ist, dass viele Maler nicht besser, sondern immer schlechter und kitschiger werden....Und dieses Manko wird kompensiert, indem der heroische Schaffensprozess in den Vordergrund gestellt und pseudo-philosophisch verklärt wird." Corinne Wasmuth

"Künstler mit Laptop und ohne Atelier-das sind doch nur Sprüche. Das ist nur ein neues Stereotyp, eine Schlagzeile, ein Medienbild, wie Girlie, Grunge usw. Ich würde mal behaupten, die haben doch eigentlich, wenn sie kein Atelier haben, nur kein Geld dafür. Das wird dann so als Vor-Ort-Arbeiten verkauft. Und plötzlich haben sie Erfolg und Geld und kaufen sich ein Schloss und machen auf superspießig. Früher gab es Glatze, Anzug, dicke Ringe an den Fingern und heute gibt es diese Geschichten von wegen zeitgenössischer Künstler, voll busy mit Handy und Laptop." Corinne Wasmuth

"Die Kunst hat entschieden die zentrale Stelle einer Lenkung der visuellen Kultur verloren. Sie hat keine Prägekraft mehr für die ganze Kultur oder die Kultur als Ganzer. Sie will auch gar nicht mehr die gesellschaftliche Imagination anleiten, wie das seit der Renaissance für einige Jahrhunderte der Fall gewesen ist. Kunst wird künftig eher etwas sein, das für Eliten verfertigt wird, sich an Spezialisten wendet, ein spezifisches Lebensgefühl erzeugt, das mit den Formationskräften der Gesellschaft, aber auch den Energieschüben oder Zwängen von Wissenschaft und Technologie nicht mehr kooperativ, sondern wohl vornehmlich in Gestalt von Konflikten verbunden ist." Hans Ulrich Reck

"Wir sind noch nicht recht gewöhnt an eine Malerei, die wieder ungeniert Malerei ist, ohne sich noch jenem Programm zu unterwerfen, das wir meist etwas gedankenlos KUNST nennen. Die `Kunst der Malerei`war schon längst da, als KUNST, in ihrer abstrakten Würde, noch lange auf sich warten ließ, und deswegen kommt sie heute wieder, nachdem KUNST etwas von ihrem Monopol verliert. In der Kunst darf es keine Lügen geben, nur Wahrheit, wo sie doch selbst eine große Fiktion ist, zumindest eine ungewisse Idee. Von Lüge zu reden, wäre in der KUNST ein harter Vorwurf, in der Malerei aber eine feine Beschreibung, denn sie verfügt über schöne und alte Lügen, wenn man ihre erprobten Regiespiele der Wahrnehmung so nennen darf, auf die wir wie ein neugieriges Theaterpublikum warten. Wir nehmen auch sonst die Welt wahr, nicht nur in der Malerei. Aber in der Malerei sind wir als Person im Gespräch mit einer anderen Person, die hinter der Wahrnehmung Regie führt. Dieser stumme Dialog macht Malerei lustvoll und rätselhaft." Hans Belting

"Unter allen Kunstformen bietet die Malerei wohl das beste Beispiel dafür, wie natürliche Substanzen für kulturelle Zwecke ausgenutzt, transfiguriert und vereinnahmt werden, wie ihre eigene Identität im Dienste des Scheins geopfert und vergessen wird. Alle sichtbaren Spuren eines natürlichen Ursprungs der Farben werden ausgelöscht, wenn sie zu Puder verrieben, mit Bindemittel vermischt.....und in dieser homogenisierten Form in Tuben als >Künstlerfarben< verkauft werden. Für Polke hingegen ist Farbe nicht einfach Farbe, sondern ein originärer Stoff, sie ist ein Stück Natur, ein Teil eines geochemischen Organismus, der Erde heißt. Für ihn strebt das Handwerk der Malerei nicht danach, Gegenspieler natürlicher Prozesse zu sein, sondern eher danach, sie zu aktivieren, mit ihnen zu kollaborieren. Wenn er seine Materialien einmal gewählt hat, ist es in erster Linie das ungewisse Spiel dieser natürlichen Prozesse, und nicht Polkes Subjektivität und Intention, das die Erscheinung des Werkes bestimmt. Er arbeitet mit verschiedenen »Elementen in Puderform, einfach um zu sehen was passiert...Es sind Prozesse an und für sich, die mich interessieren. Das Bild ist nicht wirklich nötig...Das Unvorhersehbare erweist sich als das Interessante«." Charles W. Haxthausen über Sigmar Polke

"Die Rückmündung mancher voll entfalteten Malerei ins Graphische hängt mit dem mehrfarbigen Urpferd zusammen, das sich zum Zebra skelettiert, um nicht im Flimmern der Steppe als Klumpen herumzustehen." Ulrich Holbein


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